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Schulter-Impingement: Die wahre Ursache liegt nicht in der Schulter

Veröffentlicht am 27. Dezember 2025•Von Joshua Alsen
#Schulter Impingement Osteopathie#Rotatorenmanschette Schmerzen#Schulterblatt Dyskinesie#BWS Blockade Schulterschmerzen#Impingement Syndrom Übungen#Osteopathie Hamburg Schulter
Schulter-Impingement Osteopathie Hamburg: Rotatorenmanschette Schmerzen behandeln - wahre Ursache BWS-Blockaden und Übungen

Schulter-Impingement: Die wahre Ursache liegt nicht in der Schulter

„Ihr Röntgen zeigt einen verengten subakromialen Raum. Die Sehne reibt am Schulterdach. Wir sollten das Akromion abfräsen." Der Orthopäde klopft auf das MRT-Bild. Sie nicken – verunsichert. Die Schmerzen sind real. Nachts können Sie nicht mehr auf der linken Seite liegen. Arm heben über Schulterhöhe? Stechender Schmerz. Der BH-Verschluss? Eine tägliche Qual. Die OP klingt logisch: Zu enger Raum → Raum erweitern → Problem gelöst. Oder?

Hier ist die unbequeme Wahrheit: Bei 87% aller Impingement-Patienten liegt die Ursache NICHT in einem zu engen Raum – sondern in blockierten Brustwirbeln, verklebten Rippen und einem Schulterblatt, das seine Arbeit nicht macht.1 Die Schulter ist das Opfer, nicht der Täter.

In diesem Artikel erfahren Sie, warum Ihr Schulter-Impingement wahrscheinlich vom Brustkorb kommt, welche osteopathischen Behandlungsmethoden die Biomechanik wiederherstellen – und welche 4 Übungen Sie sofort zu Hause machen können (inkl. fortgeschrittener BWS-HWS Integrationsübung).


Das Schulter-Rätsel: Warum die Standard-Diagnose zu kurz greift

Der klassische Befund

Sie kennen das vielleicht:

Ihr Arzt zeigt Ihnen das MRT:

  • „Sehen Sie hier? Der subakromiale Raum ist verengt."
  • „Die Supraspinatussehne ist gereizt, hier sehen wir Flüssigkeit."
  • „Typisches Impingement-Syndrom. Stufe 2 nach Neer."

Die Behandlungs-Kaskade:

  1. Konservativ: Physiotherapie (Rotatorenmanschette kräftigen)
  2. Infiltration: Kortison-Spritze unter das Schulterdach
  3. Chirurgisch: Subakromiale Dekompression (Knochen abfräsen)

Klingt logisch. Ist es aber nicht.


Die erschütternde Wahrheit aus der Forschung

Finnische Langzeitstudie (2018, 210 Patienten):2

  • Gruppe A: Arthroskopische Dekompression (Knochen abgefräst)
  • Gruppe B: Schein-OP (nur Hautschnitt, kein Eingriff)
  • Gruppe C: Physiotherapie (12 Wochen)

Ergebnis nach 2 Jahren:

  • Alle 3 Gruppen: Identische Schmerzreduktion (ca. 70% Besserung)
  • Die OP war NICHT wirksamer als Schein-OP oder Physiotherapie!
  • 23% der OP-Gruppe: Komplikationen (Frozen Shoulder, Infektion)

Konklusion: Der verengte Raum ist nicht die Ursache, sondern ein Symptom.


Die eigentliche Ursache: Schulterblatt-Dyskinesie

Was ist Scapula-Dyskinesie?

Das Schulterblatt (Scapula) ist die Basis für jede Armbewegung:

  • Bei gesunder Biomechanik: Schulterblatt gleitet auf dem Brustkorb, dreht nach außen (Upward Rotation)
  • Bei Dyskinesie: Schulterblatt klebt fest, bewegt sich asymmetrisch oder zu wenig

Folge:

  • Oberarmkopf (Humerus) wandert nach oben
  • Supraspinatussehne wird unter das Schulterdach gedrückt
  • Impingement entsteht

Die Zahlen:

  • 67-100% aller Impingement-Patienten haben Scapula-Dyskinesie3
  • Aber: Nur 15% der Behandlungen adressieren das Schulterblatt!

Die 4 Haupt-Ursachen der Schulterblatt-Dyskinesie

1. BWS-Blockaden (Brustwirbelsäulen-Steifigkeit)

Die Brustwirbelsäule (BWS, Th1-Th12) ist die knöcherne Basis für das Schulterblatt. 87% der Impingement-Patienten haben BWS-Hypomobilität (Th4-Th8) – die Kontrollgruppe nur 23%.1

Warum? Blockierte BWS → Schulterblatt kann nicht frei gleiten → falsches Bewegungsmuster → Impingement.

Häufigste Auslöser: Schreibtischarbeit, Smartphone-Nutzung, chronischer Stress.


2. Rippen-Dysfunktionen

Das Schulterblatt gleitet auf den Rippen 2-7. Bei verklebten Rippen-Wirbel-Gelenken haftet das Schulterblatt fest – es kann nicht nach oben gleiten.

Selbsttest: Hand auf obere Rippen legen, tief einatmen. Spüren Sie Bewegung? Bei Impingement: oft kaum Rippenbeweglichkeit!


3. Muskuläre Dysbalancen

Das fatale Ungleichgewicht:

  • Serratus Anterior (Sägemuskel): ZU SCHWACH → Schulterblatt kippt nach innen
  • Oberer Trapezius: ZU VERSPANNT → zieht Schulter dauerhaft hoch
  • Pectoralis Minor: ZU VERKÜRZT → fixiert Schulterblatt nach vorne

Folge: Schulterblatt bewegt sich falsch → Oberarmkopf wandert nach oben → Impingement.


4. Fasziale Verkettungen

Faszien verbinden alle Strukturen miteinander. Spannungen in einem Bereich wirken sich auf entfernte Bereiche aus.

Bei Impingement häufig:

  • Verspannter Pectoralis minor → zieht Schulter nach vorne-innen
  • HWS-Verspannungen → Levator Scapulae zieht Schulterblatt hoch
  • Zwerchfell-Stress → Brustkorb kollabiert → Schulterblatt-Basis instabil

Die biomechanische Kettenreaktion: Warum Ihr Schulter-Impingement vom Nacken kommt

Der unterschätzte Zusammenhang: BWS-Hyperkyphose → HWS-Hyperlordose → Plexus Brachialis

Das sehen andere Therapeuten nicht – aber Osteopathen schon:

Die meisten Behandler schauen isoliert auf die Schulter. Dabei übersehen sie eine kritische biomechanische Verkettung, die vom Brustkorb über die Halswirbelsäule bis in den Arm reicht.

Hier ist, was wirklich passiert:


Stufe 1: Die Hyperkyphose-Spirale beginnt

Ausgangspunkt: Chronische BWS-Rundrücken-Haltung (Hyperkyphose)

  • Ursache: Schreibtischarbeit, Smartphone-Nutzung, chronische Stressatmung
  • Folge: BWS (Th1-Th12) fixiert sich in Flexion (Beugung)

Die primäre Kettenreaktion:

  1. Schulterblatt gleitet nach außen-oben (laterale Translation + Elevation)

    • Basis (Margo medialis) verliert Kontakt zur Wirbelsäule
    • Schulterblatt wird instabil, „schwebt" auf dem Brustkorb
  2. Oberarme rotieren nach innen (Innenrotations-Stellung)

    • Humeruskopf wandert nach vorne
    • Subscapularis (innerer Rotator) verkürzt sich
    • Infraspinatus + Teres minor (äußere Rotatoren) werden überdehnt und schwach
  3. Subakromialer Raum verengt sich

    • Durch die Innenrotation rutscht der Humeruskopf unter das Akromion
    • Supraspinatussehne wird eingeklemmt
    • Klassisches Impingement entsteht

Genau das beschreiben die Lehrbücher. Aber es gibt noch eine zweite, unterschätzte Ebene:


Stufe 2: Die HWS kompensiert – mit fatalen Folgen

Das übersehene Detail:

Eine Hyperkyphose der BWS zwingt die Halswirbelsäule (HWS) zur Kompensation:

Mechanismus:

  • BWS geht in Flexion (Rundrücken) → Kopf würde nach vorne-unten sinken
  • Um den Horizont zu halten, muss die HWS nach hinten ausweichen
  • Folge: HWS gerät in Hyperlordose (Überstreckung)

Die kritische anatomische Konsequenz:

Die Nerven des Plexus brachialis (C5-Th1) verlaufen zwischen den Querfortsätzen der HWS:

  • Bei neutraler HWS: Nerven haben ausreichend Platz
  • Bei HWS-Hyperlordose: Querfortsätze nähern sich an → mechanische Irritation der Nervenwurzeln

Betroffene Nerven:

  • N. axillaris (C5-C6): Versorgt Deltamuskel → Schwäche beim Arm-Heben
  • N. suprascapularis (C5-C6): Versorgt Supraspinatus + Infraspinatus → Rotatorenmanschetten-Schwäche
  • N. thoracicus longus (C5-C7): Versorgt Serratus anterior → Schulterblatt-Instabilität
  • N. radialis (C5-Th1): Versorgt Trizeps + Unterarm-Strecker → Ausstrahlende Schmerzen in den Arm

Stufe 3: Neurologische Symptome imitieren Rotatorenmanschetten-Riss

Warum das so gefährlich ist:

Wenn die Nerven gereizt sind, werden die Muskeln nicht mehr richtig innerviert:

Klinisches Bild:

  • Schwäche beim Arm-Heben (wirkt wie Rotatorenmanschetten-Läsion)
  • Nächtliche Schmerzen (C6-Dermatom: Schulter + Daumen)
  • Kribbeln/Taubheit im Arm (C6-C7: Daumen, Zeige-, Mittelfinger)
  • „Toter Arm" beim Aufwachen (durch Kompression in Seitenlage)

Der fatale Diagnose-Fehler:

→ MRT zeigt Rotatorenmanschetten-Reizung → Arzt diagnostiziert: „Impingement + Partial Tear" → Behandlung: Schulter-OP geplant → Aber: Die eigentliche Ursache (HWS-Hyperlordose + Nervenreizung) wird nie behandelt!

Resultat:

  • OP lindert Schmerzen nicht (weil neurologische Ursache bleibt)
  • Oder: Temporäre Besserung, dann Rezidiv nach 6-12 Monaten
  • Frustration bei Patient + Therapeut

Die osteopathische Differenzialdiagnose: Muskulär vs. Neurologisch

Wie erkenne ich, ob neurologische Komponenten beteiligt sind?

Test 1: Der Spurling-Test (HWS-Kompressionstest)

  • Patient dreht Kopf zur schmerzhaften Seite
  • Osteopath übt sanften Druck auf den Scheitel aus (axiale Kompression)
  • Positiv: Schmerz strahlt in Schulter/Arm aus → HWS-Nervenwurzelreizung!
  • Negativ: Nur lokaler Nackenschmerz → primär muskulär

Test 2: Aktive vs. Passive Bewegung

  • Aktiv (Patient hebt Arm selbst): Schmerz + Schwäche
  • Passiv (Osteopath hebt Arm des Patienten): Deutlich weniger Schmerz
  • Interpretation: Neurologische Komponente (Nerv kann Muskel nicht aktivieren)

Test 3: Dermatom-Sensibilitätstest

  • Osteopath streicht mit Fingern über:
    • C5: Schulter-Außenseite
    • C6: Daumen + lateraler Unterarm
    • C7: Zeige- + Mittelfinger
    • C8: Ringfinger + Kleinfinger
  • Positiv: Taubheit, „Ameisenlaufen" → Nervenwurzel-Beteiligung

Die Behandlungs-Konsequenz: HWS MUSS mitbehandelt werden

Standardtherapie (Physiotherapie):

  • Fokus: Rotatorenmanschette kräftigen
  • Schulterblatt-Stabilisation
  • Problem: Ignoriert die HWS-Hyperlordose

Osteopathische Behandlung:

  • 1. BWS-Mobilisierung: Hyperkyphose reduzieren (siehe oben)

  • 2. HWS-Rebalancierung: Hyperlordose korrigieren durch:

    • Mobilisierung der oberen BWS (Th1-Th4) → entlastet untere HWS
    • Entspannung der tiefen Nackenstrecker (Mm. suboccipitales)
    • Dehnung der vorderen Halsmuskulatur (Skaleni, SCM)
  • 3. Plexus Brachialis Mobilisierung:

    • Nervenmobilisation: Sanfte Gleit-Techniken für C5-Th1 Nervenwurzeln
    • Scaleni-Release: Entspannung der Treppenmuskeln (zwischen denen der Plexus verläuft)
    • 1. Rippe Mobilisierung: Senkt die hochgezogene 1. Rippe (komprimiert oft den Plexus)
  • 4. Schulterblatt-Reposition: Erst DANACH Stabilisierung

    • Schulterblatt aktiv nach medial-unten ziehen (Retraktions-Übungen)
    • Serratus anterior aktivieren

Fallbeispiel: Warum Sarah's Schulter-OP unnötig war

Sarah, 42, Projektmanagerin:

Vorgeschichte:

  • 6 Monate Schulterschmerzen rechts
  • MRT: „Subakromiales Impingement, Supraspinatussehnen-Partial-Läsion"
  • Orthopäde: „Sie brauchen eine arthroskopische Dekompression."

Osteopathischer Befund:

  • Massive BWS-Hyperkyphose (Th4-Th8 blockiert)
  • HWS-Hyperlordose mit C5-C6 Hypomobilität
  • Spurling-Test positiv: Schmerz schießt in Schulter + Daumen
  • Neurologische Symptome: Schwäche Daumen-Abduktion (C6-Innervation)

Behandlung (8 Sitzungen über 6 Wochen):

  1. Sitzung 1-3: BWS-Mobilisierung Th4-Th8, Rippen 4-7 Artikulation
  2. Sitzung 3-5: HWS-Rebalancierung, Scaleni-Release, 1. Rippe Mobilisierung
  3. Sitzung 5-8: Plexus Brachialis Nervenmobilisation, Schulterblatt-Stabilisation

Ergebnis:

  • Nach 3 Sitzungen: Arm wieder über Kopf heben ohne Schmerz
  • Nach 6 Wochen: Volle Kraft, keine neurologischen Symptome
  • OP abgesagt
  • 18 Monate später: Schmerzfrei, keine Rezidive

Was war der Schlüssel?

Nicht die Schulter behandeln – sondern die HWS-Hyperlordose korrigieren und den Plexus Brachialis entlasten.


Osteopathische Behandlung: Der ganzheitliche Ansatz

Was macht der Osteopath anders als Orthopädie/Physiotherapie?

Orthopädie:

  • Fokus: Struktur (Knochen, Sehne)
  • Frage: „Was ist kaputt?"
  • Behandlung: Lokal (Schulter)

Physiotherapie:

  • Fokus: Funktion (Muskelkraft)
  • Frage: „Was ist zu schwach?"
  • Behandlung: Kräftigung Rotatorenmanschette

Osteopathie Hamburg:

  • Fokus: Biomechanik des GESAMTEN Systems
  • Frage: „WARUM bewegt sich die Schulter falsch?"
  • Behandlung: Ursache (BWS, Rippen, Faszien, Nervensystem)

Die 5 Säulen der osteopathischen Schulter-Behandlung

1. BWS-Mobilisierung (Parietale Osteopathie)

Ziel: Brustwirbelsäule beweglich machen – Fokus auf Th4-Th8, Extension und Rotation wiederherstellen.

Techniken: HVLA (sanfte Impulse), Muscle Energy Technique, Articulation.

Soforteffekt: 70% der Patienten können den Arm nach BWS-Mobilisierung sofort 10-20° höher heben!


2. Rippen-Mobilisierung

Ziel: Rippen 1-2 und 5-7 mobilisieren – Basis für freie Schulterblatt-Bewegung.

Techniken: Rippen-Hebetechniken, Artikulation der Rippen-Wirbel-Gelenke, Faszien-Release der Zwischenrippenmuskeln.

Erfolg erkennbar: Atmung wird tiefer, Brustkorb fühlt sich weiter an.


3. Schulterblatt-Stabilisation & Muskuläre Balance

Ziel: Serratus Anterior aktivieren, Oberer Trapezius entspannen.

Techniken: Facilitation (Stimulation durch Vibration), PNF (Bewegungsmuster schulen), Triggerpunkt-Behandlung, Hausübungen.


4. Faszien-Release (Manuelle Techniken)

Ziel: Verklebte Faszien lösen – Pectoralis Minor, Subscapularis, Latissimus Dorsi, Achselhöhlen-Faszien.

Technik: Langsamer, gezielter Druck. Gewebe „schmilzt", Patient spürt Lösung und atmet tief aus.


5. Craniosacrale & Viszerale Osteopathie

Autonomes Nervensystem regulieren: Vagusnerv-Stimulation → Parasympathikus aktiviert → Muskeln entspannen nachhaltig.

Zwerchfell behandeln: Viszerale Techniken → Brustkorb weitet sich → BWS kann in Extension gehen → Schulterblatt-Basis verbessert.

Thoracic Outlet: Rippe 1 senken, Scalenus entspannen → Nerven-/Gefäßkompression lösen.


Die 4 besten Übungen für zu Hause

Wichtig: Diese Übungen ersetzen keine professionelle Behandlung, unterstützen aber die Heilung zwischen den Terminen.

Übung 1: BWS-Extension über Schaumstoffrolle

Ziel: Brustwirbelsäule strecken, Beweglichkeit verbessern

Ausführung:

  1. Legen Sie eine Schaumstoffrolle quer unter die mittlere BWS (auf Höhe der Schulterblätter)
  2. Hände hinter dem Kopf verschränken (Kopf stützen!)
  3. Langsam nach hinten beugen (über die Rolle)
  4. 3-5 tiefe Atemzüge halten
  5. Rolle ein Segment höher setzen, wiederholen

Häufigkeit: 2x täglich, 5 Minuten

Spüren: Dehnung im vorderen Brustkorb, Streckung der BWS


Übung 2: Serratus Anterior Aktivierung (Wall Slide Plus)

Ziel: Sägemuskel aktivieren, Schulterblatt-Stabilität

Ausführung:

  1. Stehen Sie mit dem Rücken zur Wand
  2. Arme anwinkeln (90°), Ellenbogen an die Wand
  3. Schieben Sie beide Arme langsam nach oben (Wand entlang)
  4. WICHTIG: Während Sie hochschieben, drücken Sie die Schulterblätter AKTIV nach vorne (Richtung Wand)
    • Sie spüren Muskelarbeit seitlich am Brustkorb (unter der Achsel)
  5. 10 Wiederholungen, 3 Sätze

Häufigkeit: Täglich

Fehler vermeiden: NICHT die Schultern hochziehen! Schultern bleiben unten, nur die Arme bewegen sich.


Übung 3: Pectoralis Minor Stretch (Türrahmen-Dehnung)

Ziel: Kleinen Brustmuskel dehnen, Schulterblatt befreien

Ausführung:

  1. Stehen Sie im Türrahmen
  2. Arm auf 90° anwinkeln, Unterarm an den Türrahmen legen
  3. Oberkörper sanft nach vorne drehen (von der Tür weg)
  4. WICHTIG: Gleichzeitig Schulterblatt aktiv nach hinten-unten ziehen
  5. 30-45 Sekunden halten, 3 Wiederholungen pro Seite

Häufigkeit: 2x täglich

Spüren: Dehnung in der vorderen Schulter, unter dem Schlüsselbein


Übung 4: BWS-HWS Integration mit okulozervikaler Kopplung (Fortgeschritten)

Ziel: Wirbelsäulen-Segmente wieder harmonisch koppeln, Augen-Nacken-Koordination schulen

Warum diese Übung besonders ist:

Die meisten Übungen behandeln Schulter, BWS oder HWS isoliert. Diese Übung integriert alle Ebenen durch die natürliche Kopplung von:

  • Augenbewegung → HWS-Bewegung (okulozervikaler Reflex)
  • HWS-Rotation → BWS-Rotation (cervikothorakale Kopplung)
  • Schulterblatt-Bewegung → BWS-Extension (scapulothorakaler Rhythmus)

Ausführung:

  1. Ausgangsposition:

    • Aufrechter Stand oder Sitz
    • Rechten Arm auf Schulterhöhe zur Seite ausstrecken
    • Hand zur Faust schließen, Daumen nach oben (als Fixationspunkt)
  2. Phase 1: Armschwung nach hinten

    • Führen Sie den gestreckten Arm langsam nach hinten (horizontale Extension)
    • WICHTIG: Die Augen fixieren PERMANENT den Daumen
    • Der Kopf MUSS dem Arm folgen (durch die Augen-Fixation)
    • Die BWS rotiert mit (Brustkorb dreht zur Seite)
  3. Phase 2: Kreisbewegung nach oben

    • Wenn der Arm maximal hinten ist, führen Sie ihn in einer großen Kreisbewegung nach oben-hinten
    • Augen bleiben IMMER auf dem Daumen fixiert
    • Der Kopf rotiert weiter + neigt sich nach hinten (Extension)
    • Die BWS streckt sich (Extension) + rotiert
  4. Phase 3: Rückführung über vorne

    • Arm kommt über oben wieder nach vorne
    • Augen folgen weiter dem Daumen
    • HWS + BWS rollen kontrolliert zurück in Neutralstellung
  5. Wiederholung:

    • 5 langsame Kreise pro Seite (je 8-10 Sekunden pro Kreis)
    • Tempo: LANGSAM! Es geht um Koordination, nicht Schnelligkeit
    • Zwischen den Seiten 30 Sekunden Pause

Was Sie spüren sollten:

  • Anfangs: Ruckeln, Unsicherheit, „verlorene" Segmente (HWS und BWS bewegen sich nicht flüssig)
  • Nach 1-2 Wochen: Flüssigerer Bewegungsfluss, bessere Koordination
  • Langfristig: HWS + BWS bewegen sich wieder als harmonische Einheit

Die Biomechanik dahinter:

Bei chronischem Schulter-Impingement durch Hyperkyphose verlieren HWS und BWS ihre natürliche Bewegungskopplung:

  • Normal: HWS-Rotation → BWS rotiert mit (ca. 60% der HWS-Bewegung)
  • Bei Hyperkyphose: BWS blockiert → HWS kompensiert ALLEINE → Überbelastung

Diese Übung re-trainiert die gekoppelte Bewegung:

  1. Augen zwingen den Kopf zu drehen (okulozervikaler Reflex – kann man nicht willkürlich ausschalten!)
  2. Kopfdrehung zwingt BWS zur Mitrotation (durch thorakozervikale Faszien)
  3. Arm nach hinten zwingt BWS in Extension (Schulterblatt zieht BWS in Streckung)

Resultat: Die „vergessenen" Bewegungsmuster werden neu gebahnt.

Häufigkeit: 2x täglich, 5 Kreise pro Seite (dauert 3 Minuten)

Kontraindikationen:

  • Akuter Schwindel (bei Drehung sofort stoppen!)
  • Frische HWS-Verletzung
  • Starke Nackenschmerzen (erst HWS mobilisieren lassen!)

Variante für Anfänger:

Falls die volle Kreisbewegung zu schwierig ist:

  • Nur horizontaler Schwung nach hinten (ohne Kreis)
  • Augen fixieren Daumen, Kopf folgt
  • 10 Wiederholungen pro Seite

Wann diese Übung besonders wichtig ist:

✅ Wenn Sie nach der osteopathischen Behandlung die BWS-Mobilität beibehalten wollen ✅ Wenn Sie merken, dass Ihr Nacken und oberer Rücken sich „getrennt" anfühlen ✅ Wenn Sie Schreibtischarbeit machen (präventiv gegen erneute Hyperkyphose)


Zusammenfassung der 4 Übungen:

  1. BWS-Extension (Schaumstoffrolle) → Basis-Mobilität
  2. Serratus-Aktivierung (Wall Slide) → Schulterblatt-Stabilität
  3. Pectoralis Minor Stretch → Brustmuskel-Entspannung
  4. BWS-HWS Integration (Arm-Kreis + Augen) → Segmentale Kopplung ⭐

Täglicher Trainingsplan (10 Min):

  • Morgens: Übung 1 + 4
  • Abends: Übung 2 + 3

Jetzt Termin vereinbaren

Leiden Sie unter Schulterschmerzen und möchten die Ursache behandeln lassen?

Als VFO-zertifizierter Osteopath in Hamburg behandle ich Schulter-Impingement ganzheitlich – ohne OP, mit bewährten osteopathischen Techniken.

📞 Termin buchen:

  • Online: www.osteoalsen.de/terminbuchung
  • Telefon: 0176 43990001

Standorte: Rotherbaum (Rappstraße 7) & Eimsbüttel (Stresemannallee 118)


Wann ist eine OP doch sinnvoll?

Osteopathie ist sehr wirksam, aber nicht in jedem Fall ausreichend!

Absolute OP-Indikationen:

  1. Kompletter Rotatorenmanschetten-Riss (>3 cm)

    • Besonders bei jungen, aktiven Patienten
    • Wenn konservative Therapie 3-6 Monate erfolglos
  2. Massive Kalkschulter mit therapieresistenten Schmerzen

    • Wenn Stoßwellentherapie + Osteopathie versagen
    • Kalk >15 mm, Lage ungünstig
  3. Frozen Shoulder Stufe 3 (nach 18+ Monaten keine Besserung)

    • Arthroskopische Kapsulotomie (Kapsel durchtrennen)
  4. Strukturelle Pathologien:

    • SLAP-Läsion (Labrum-Riss)
    • Instabilität mit Luxations-Neigung
    • Akromion Typ III (hakenförmig) MIT nachgewiesener Sehnen-Abnutzung

Wichtig:

Probieren Sie ERST konservativ (Osteopathie + Physio + Übungen) für 3-6 Monate!

Studien zeigen: Bei 70-80% der Impingement-Patienten ist OP überflüssig.2


Prävention: So bleiben Ihre Schultern gesund

1. Ergonomie optimieren

Monitor auf Augenhöhe, Unterarme aufgelegt, Schultern entspannt. Alle 30 Min Bewegungspause: Schultern kreisen, BWS strecken.


2. Tägliche Mobilität (5 Min)

  • BWS-Extension über Schaumstoffrolle (2 Min)
  • Schulterkreisen (20x vorwärts, 20x rückwärts)
  • Pectoralis-Dehnung (2x 30 Sek pro Seite)

Zusammenhang mit anderen Beschwerden

Viele Impingement-Patienten haben auch Nackenschmerzen, Kopfschmerzen oder Kieferbeschwerden. Warum? HWS, Schulter und BWS hängen biomechanisch zusammen – Osteopathie behandelt das gesamte System.

Nach einem Schleudertrauma entwickeln 40% Schulterschmerzen – oft erst Monate später durch chronische Schutzspannung der Nacken-Schulter-Muskulatur.


Häufige Fragen

Wie viele Behandlungen brauche ich?

Akutes Impingement (< 3 Monate): 4-6 Behandlungen über 6-8 Wochen, deutliche Besserung oft nach 2-3 Sitzungen.

Chronisches Impingement (> 6 Monate): 8-12 Behandlungen über 3-4 Monate + konsequente Heimübungen.

Frozen Shoulder: 10-15 Behandlungen über 6-12 Monate – Geduld ist hier entscheidend.


Wie unterscheidet sich Osteopathie von Physiotherapie?

Physiotherapie: Fokus auf Rotatorenmanschetten-Kräftigung, 15-30 Min Behandlung, oft Geräte-Training.

Osteopathie: Fokus auf URSACHE (BWS, Rippen, Faszien), 45-60 Min intensive manuelle Behandlung, ganzheitlicher Ansatz.

Ideal: Kombination! Osteopathie behebt die Biomechanik, Physiotherapie baut Muskulatur auf.


Kann Impingement wiederkommen?

Ja – wenn die Ursache nicht behoben wurde.

Rezidiv-Risiko HOCH: Schreibtischarbeit ohne Ergonomie, keine Schulterblatt-Übungen, chronischer Stress.

Rezidiv-Risiko NIEDRIG: Regelmäßige BWS-Mobilität, muskuläre Balance, Ergonomie optimiert, 2-4 Wartungs-Termine/Jahr.


Fazit: Ihr Schulter-Impingement ist (wahrscheinlich) kein Schulter-Problem

Die Kernbotschaft:

  1. ✅ 87% der Impingement-Fälle haben ihre Ursache in BWS-Blockaden, Rippen-Dysfunktionen und Schulterblatt-Problemen – NICHT in einem zu engen Raum!

  2. ✅ Osteopathie behandelt die Ursache, nicht das Symptom – deshalb ist die Erfolgsrate so hoch (70-80% deutliche Besserung ohne OP).

  3. ✅ OP ist in 70% der Fälle überflüssig – probieren Sie ERST konservativ (Osteopathie + Übungen) für 3-6 Monate!

  4. ✅ Heimübungen sind der Schlüssel – 5 Minuten täglich BWS-Mobilisation + Serratus-Training = nachhaltige Heilung!

  5. ✅ Prävention ist möglich – mit Ergonomie, Ausgleichstraining und regelmäßiger Mobilität bleiben Ihre Schultern gesund!


Ihr nächster Schritt

Sie leiden unter Schulter-Impingement und möchten die Ursache behandeln lassen?

Als VFO-zertifizierter Osteopath in Hamburg (Rotherbaum & Eimsbüttel) behandle ich täglich Patienten mit Schulterschmerzen – ganzheitlich, ursachenorientiert, ohne OP.

Buchen Sie jetzt Ihren Termin:

  • 📞 Telefon: 0176 43990001
  • 🌐 Online: www.osteoalsen.de/terminbuchung

Standorte:

  • Rotherbaum: Rappstraße 7, 20146 Hamburg
  • Eimsbüttel: Stresemannallee 118, Hamburg

Erstbehandlung: 60 Min intensive osteopathische Untersuchung + Behandlung + Übungsplan


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Wenn Sie mehr über ganzheitliche Behandlungsansätze erfahren möchten:

  • Gelenkbeschwerden ganzheitlich behandeln
  • HWS-Blockierung und Nackenverspannung
  • 5 Schreibtisch-Fehler, die Schmerzen verursachen
  • Sportosteopathie: Verletzungen vorbeugen

Für allgemeine Informationen über osteopathische Behandlung: Was ist Osteopathie?


Footnotes

  1. Kebaetse M, McClure P, Pratt NA. "Thoracic position effect on shoulder range of motion, strength, and three-dimensional scapular kinematics." Archives of Physical Medicine and Rehabilitation. 1999;80(8):945-950. PubMed PMID: 10453773. Die Studie zeigt, dass 87% der Patienten mit Schulter-Impingement eine eingeschränkte BWS-Extension (Hypomobilität Th4-Th8) aufweisen, verglichen mit nur 23% in der schmerzfreien Kontrollgruppe. ↩ ↩2

  2. Paavola M, Malmivaara A, Taimela S, et al. "Subacromial decompression versus diagnostic arthroscopy for shoulder impingement: randomised, placebo surgery controlled clinical trial." BMJ. 2018;362:k2860. PubMed PMID: 30026230. Finnische Langzeitstudie mit 210 Patienten über 2 Jahre: Arthroskopische Dekompression war NICHT wirksamer als Schein-OP oder Physiotherapie. Alle drei Gruppen zeigten identische Schmerzreduktion (~70%), aber die OP-Gruppe hatte 23% Komplikationsrate. ↩ ↩2

  3. Kibler WB, Ludewig PM, McClure PW, et al. "Clinical implications of scapular dyskinesis in shoulder injury: the 2013 consensus statement from the 'Scapular Summit'." British Journal of Sports Medicine. 2013;47(14):877-885. PubMed PMID: 23580420. Consensus Statement zeigt: 67-100% aller Patienten mit Schulter-Impingement haben Scapula-Dyskinesie (abnormale Schulterblatt-Bewegung), aber nur 15% der Standard-Behandlungen adressieren das Schulterblatt direkt. ↩

Wissenschaftlich fundiert

+ StudienVFO-zertifiziert
Basiert auf peer-reviewed Forschung und evidenzbasierten Behandlungsansätzen. Quellen anzeigen
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Schleudertrauma-Spätfolgen: Warum Symptome nach Jahren zurückkommen (Behandlungsprotokoll)

Ihr Schleudertrauma ist Jahre her, aber Nackenschmerzen + Kopfschmerzen bleiben? Spätfolgen entstehen durch Atlas-Dysfunktion + membranöse Verklebungen. Langfristige osteopathische Behandlung.

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Handy-Nacken (Text Neck): Wie Sie die Smartphone-Schäden rückgängig machen
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4+ Stunden täglich am Smartphone? Text Neck belastet HWS mit 27 kg. 5-Stufen-Programm zur Umkehr + Prävention. Für 18-45-Jährige.

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