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HWS-Syndrom: Symptome erkennen, Ursachen verstehen, richtig behandeln

Veröffentlicht am 15. Januar 2026•Von Joshua Alsen
#HWS Syndrom#HWS Syndrom Symptome#Halswirbelsäulen Syndrom#HWS Beschwerden#Zervikalsyndrom#HWS Syndrom Behandlung Hamburg
HWS-Syndrom Osteopathie Hamburg: Symptome der Halswirbelsäule verstehen und ganzheitlich behandeln

HWS-Syndrom: Symptome erkennen, Ursachen verstehen, richtig behandeln

Der Nacken schmerzt. Der Kopf dröhnt. Die Schulter zieht. Die Finger kribbeln. Beim Arzt heißt es: "HWS-Syndrom." Aber was bedeutet das eigentlich? Das HWS-Syndrom ist keine einzelne Krankheit, sondern ein Sammelbegriff für verschiedene Beschwerden der Halswirbelsäule. In meiner Praxis in Hamburg sehe ich täglich Patienten mit Nackenschmerzen, bei denen "HWS-Syndrom" im Befund steht – aber niemand hat ihnen erklärt, was genau das bedeutet und was sie dagegen tun können. Dieser Artikel gibt Ihnen Klarheit.


Was ist das HWS-Syndrom?

Die medizinische Definition

HWS-Syndrom (auch: Zervikalsyndrom, Cervicalsyndrom) ist ein Oberbegriff für alle Beschwerden, die von der Halswirbelsäule ausgehen. Es ist keine eigenständige Diagnose, sondern beschreibt einen Symptomkomplex.

Die Halswirbelsäule (HWS):

  • 7 Halswirbel (C1-C7)
  • Beweglichster Abschnitt der Wirbelsäule
  • Trägt den Kopf (ca. 5 kg)
  • Schützt Rückenmark, Nerven und Blutgefäße

Was "Syndrom" bedeutet: Ein Syndrom ist eine Kombination von Symptomen, die gemeinsam auftreten. Beim HWS-Syndrom können das sein:

  • Nackenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Schulterschmerzen
  • Armschmerzen
  • Kribbeln/Taubheit
  • Schwindel
  • Sehstörungen

Wichtig: "HWS-Syndrom" sagt noch nichts über die Ursache aus. Es beschreibt nur, dass die Beschwerden von der Halswirbelsäule kommen. Die genaue Ursache muss erst gefunden werden.

Die Zahlen: Wie häufig ist das HWS-Syndrom?

Deutschland:

  • 67% der Bevölkerung haben mindestens 1× im Leben Nackenschmerzen1
  • 15-20% leiden an chronischen HWS-Beschwerden
  • Dritthäufigster Grund für Krankschreibungen (nach Rücken und Erkältung)
  • Frauen sind 1,5× häufiger betroffen als Männer

Risikofaktoren:

  • Bildschirmarbeit (>4 Stunden täglich)
  • Alter 30-50 Jahre (Spitze)
  • Psychischer Stress
  • Frühere Verletzungen (Schleudertrauma)
  • Fehlhaltungen

Die 4 Formen des HWS-Syndroms

Das HWS-Syndrom lässt sich in verschiedene Formen unterteilen – je nachdem, welche Strukturen betroffen sind und welche Symptome im Vordergrund stehen.

1. Lokales Zervikalsyndrom (nur Nacken)

Beschreibung: Schmerzen und Verspannungen, die auf den Nackenbereich begrenzt sind.

Typische Symptome:

  • Nackenschmerzen (einseitig oder beidseitig)
  • Steifer Nacken, besonders morgens
  • Bewegungseinschränkung (Drehen, Neigen)
  • Muskelverhärtungen tastbar
  • Druckschmerz an der HWS

Häufigste Ursachen:

  • HWS-Blockierungen (Atlas, Axis)
  • Muskelverspannungen (Trapezius, Levator scapulae)
  • Fehlhaltung (Schreibtisch, Smartphone)
  • Zugluft, Kälte

Prognose: Gut. Oft nach 2-4 Behandlungen deutlich besser.

2. Zervikobrachiales Syndrom (Nacken + Arm)

Beschreibung: Schmerzen strahlen vom Nacken in Schulter, Arm oder Hand aus. Oft mit neurologischen Symptomen wie Kribbeln oder Taubheit.

Typische Symptome:

  • Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in Arm
  • Kribbeln/Taubheit in Fingern (oft Daumen, Zeige-, Mittelfinger)
  • Schwäche im Arm
  • Schmerzen verstärken sich bei Kopfbewegung
  • Nächtliche Beschwerden

Häufigste Ursachen:

  • Bandscheibenvorfall HWS (C5/C6, C6/C7)
  • Bandscheibenvorwölbung (Protrusion)
  • Nervenreizung (Radikulopathie)
  • Engpass im Nervenkanal (Foramen)

Red Flags (sofort zum Arzt):

  • Lähmungserscheinungen im Arm
  • Blasen-/Darmstörungen
  • Gangunsicherheit

Prognose: Variabel. Leichte Fälle: 4-8 Wochen. Schwere Fälle: OP-Abklärung nötig.

3. Zervikozephales Syndrom (Nacken + Kopf)

Beschreibung: Beschwerden von der HWS strahlen in den Kopf aus. Häufig verwechselt mit "normalen" Kopfschmerzen.

Typische Symptome:

  • Kopfschmerzen vom Nacken aufsteigend
  • Schmerzen meist einseitig, halbseitig oder im Hinterkopf
  • Schwindel bei Kopfbewegung
  • Sehstörungen (Flimmern, Lichtempfindlichkeit)
  • Übelkeit
  • Ohrgeräusche (Tinnitus)
  • Konzentrationsstörungen

Häufigste Ursachen:

  • Atlas-Blockierung (C1)
  • Irritation der Arteria vertebralis
  • Verspannung der suboccipitalen Muskulatur
  • Schleudertrauma-Spätfolgen

Wichtig: 70% aller Schwindelattacken haben ihre Ursache in der HWS, nicht im Ohr!2

Prognose: Gut bei richtiger Behandlung. Oft schnelle Besserung nach Atlas-Mobilisation.

4. Zervikales Myelopathie-Syndrom (Rückenmark)

Beschreibung: Das Rückenmark selbst wird komprimiert. Die schwerwiegendste Form des HWS-Syndroms.

Typische Symptome:

  • Gangunsicherheit, "Stolpern"
  • Feinmotorik-Störungen (Knöpfe schließen schwierig)
  • Schwäche in Armen UND Beinen
  • Blasen-/Darmstörungen
  • Elektrisierende Missempfindungen bei Kopfneigung

Ursachen:

  • Starke Bandscheibenvorfälle
  • Spinalkanalstenose (Verengung des Rückenmarkskanals)
  • Knöcherne Veränderungen (Osteophyten)

WICHTIG: Sofort zum Arzt! Diese Form erfordert ärztliche Abklärung. OP oft notwendig, um bleibende Schäden zu verhindern.


Die häufigsten Ursachen des HWS-Syndroms

1. Funktionelle Ursachen (ohne strukturelle Schäden)

Das Gute: 80% aller HWS-Syndrome sind funktionell – also durch Blockierungen, Verspannungen oder Fehlhaltungen verursacht. Sie sind gut behandelbar.

A) HWS-Blockierungen

Eine Blockierung bedeutet: Ein Wirbel bewegt sich nicht mehr frei. Die umliegende Muskulatur verkrampft als Schutzreaktion.

Besonders häufig:

  • Atlas (C1): Trägt den Kopf. Blockierung → Schwindel, Kopfschmerzen
  • Axis (C2): Drehachse. Blockierung → Bewegungseinschränkung
  • C5/C6: Übergang zur BWS. Blockierung → Schulter-Arm-Schmerzen

Mehr zu HWS-Blockierungen →

B) Muskelverspannungen

Die tiefe Nackenmuskulatur reagiert auf Stress, Fehlhaltung und Blockierungen mit Dauerspannung.

Typische "Übeltäter":

  • Trapezius (oberer Anteil): "Schulterhochziehen"
  • Levator scapulae: Schulterblatt-Heber
  • Skalenusmuskeln: vorderer Hals
  • Suboccipitale Muskulatur: Schädelbasis

C) Fehlhaltungen

  • Büro-Nacken: Monitor zu tief → Kopf nach vorne → +15 kg Belastung
  • Smartphone-Nacken: Kopf geneigt → +27 kg Belastung bei 60°
  • Schlafhaltung: Falsches Kissen → nächtliche Fehlstellung

Ergonomie-Tipps →

2. Strukturelle Ursachen (mit Gewebeveränderungen)

B) Bandscheibenschäden

Die Bandscheiben zwischen C2-C7 können sich vorwölben (Protrusion) oder vorfallen (Prolaps).

Häufigste Stellen:

  • C5/C6 (50% aller HWS-Bandscheibenvorfälle)
  • C6/C7 (30%)
  • C4/C5 (15%)

Symptome je nach Höhe:

  • C5/C6: Schmerzen in Schulter, Oberarm. Schwäche Bizeps.
  • C6/C7: Schmerzen in Unterarm, Mittelfinger. Schwäche Trizeps.
  • C7/Th1: Schmerzen in Unterarm, Kleinfinger. Schwäche Handmuskulatur.

Wichtig: Nicht jeder Bandscheibenvorfall verursacht Symptome! Oft Zufallsbefund im MRT.

C) Arthrose (Spondylose)

Verschleiß der HWS-Gelenke. Normal ab dem 40. Lebensjahr.

Symptome:

  • Morgensteifigkeit
  • Knirschende Geräusche bei Bewegung
  • Schmerzen nach Belastung
  • Langsam zunehmende Bewegungseinschränkung

Aber: Arthrose im Röntgen ≠ Schmerzen! Viele Menschen haben Verschleiß ohne Beschwerden.

3. Traumatische Ursachen

Schleudertrauma (Whiplash)

Nach Autounfall, Sport oder Sturz. Die HWS wird abrupt überstreckt und gebeugt.

Tückisch: Symptome können erst Wochen bis Monate später auftreten.

Langzeitfolgen:

  • Chronische Nackenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Konzentrationsstörungen
  • Angst, Depression

Mehr zu Schleudertrauma-Spätfolgen →

4. Psychosomatische Komponente

Stress und die HWS:

Chronischer Stress aktiviert den Sympathikus (Kampf-oder-Flucht-Modus). Die Folge:

  • Schultern hochgezogen
  • Nackenmuskulatur dauergespannt
  • Flache Atmung (Atemhilfsmuskeln im Nacken überlastet)
  • Zähneknirschen → Kiefer-Nacken-Verspannung

Die Verbindung zu Burnout:

Bei Stress und Burnout sehe ich regelmäßig HWS-Beschwerden. Das Zwerchfell ist blockiert, die Atmung flach, der Nacken überlastet. Die Behandlung muss beides adressieren.


Symptome des HWS-Syndroms im Detail

Schmerzen

Lokalisation:

  • Nacken (einseitig oder beidseitig)
  • Hinterkopf
  • Zwischen den Schulterblättern
  • Schulter
  • Arm (bis in die Finger)

Charakter:

  • Dumpf, ziehend (Muskeln)
  • Stechend (Blockierung)
  • Brennend (Nervenreizung)
  • Elektrisierend (Nervenkompression)

Verstärkung bei:

  • Kopfbewegungen
  • Langem Sitzen
  • Kälte, Zugluft
  • Stress
  • Bestimmten Schlafpositionen

Bewegungseinschränkung

Normal:

  • Rotation: 80-90° je Seite
  • Seitneigung: 45° je Seite
  • Vor-/Rückneigung: 60° je Richtung

Bei HWS-Syndrom:

  • Rotation eingeschränkt (oft einseitig)
  • "Ich kann nicht über die Schulter schauen"
  • Morgensteifigkeit
  • Gefühl, "der Kopf sitzt schief"

Neurologische Symptome

Kribbeln/Taubheit:

  • In Fingern (welche Finger = welche Nervenwurzel)
  • Daumen + Zeigefinger: C6
  • Mittelfinger: C7
  • Ring- + Kleinfinger: C8

Schwäche:

  • Arme, Hände
  • Greifen erschwert
  • Flasche öffnen schwierig

Schwindel:

  • Bei Kopfbewegung
  • "Benommenheit" eher als Drehschwindel
  • Mit Übelkeit
  • Mehr zu HWS-Schwindel →

Vegetative Symptome

Wenn der Vagusnerv durch Atlas-Blockierung irritiert wird:

  • Übelkeit
  • Herzrasen
  • Schwitzen
  • Innere Unruhe
  • Schlafstörungen
  • Verdauungsprobleme

Diagnostik: Wie wird das HWS-Syndrom festgestellt?

1. Anamnese (Befragung)

Wichtige Fragen:

  • Seit wann? (akut vs. chronisch)
  • Wie entstanden? (Unfall? Schleichend?)
  • Wo genau? (Nacken? Ausstrahlung?)
  • Was verschlimmert? (Bewegung? Ruhe? Stress?)
  • Was verbessert? (Wärme? Bewegung?)
  • Begleitsymptome? (Kopfschmerzen? Schwindel? Kribbeln?)

2. Körperliche Untersuchung

Inspektion:

  • Kopfhaltung (gerade? geneigt?)
  • Schulterhöhe (symmetrisch?)
  • Muskeltonus (verspannt?)

Palpation:

  • Druckschmerz an Wirbeln
  • Muskelverhärtungen
  • Triggerpunkte

Bewegungsprüfung:

  • Rotation, Neigung, Flexion/Extension
  • Schmerz bei Bewegung?
  • Einschränkung?

Neurologische Tests:

  • Reflexe (Bizeps, Trizeps)
  • Sensibilität (Berührung, Spitz/Stumpf)
  • Kraft (Händedruck, Armheben)

3. Bildgebung (wenn nötig)

Röntgen:

  • Zeigt Knochenstrukturen
  • Arthrose, Fehlstellungen
  • Bei akutem Trauma

MRT:

  • Zeigt Weichteile (Bandscheiben, Nerven)
  • Bei Verdacht auf Bandscheibenvorfall
  • Bei neurologischen Symptomen

Wichtig: Bildgebung nur bei bestimmten Indikationen. Viele Befunde sind "Zufallsbefunde" ohne klinische Bedeutung.


Behandlung des HWS-Syndroms

Der osteopathische Ansatz

In meiner Praxis behandle ich das HWS-Syndrom ganzheitlich. Das bedeutet: Nicht nur die Symptome bekämpfen, sondern die Ursache finden und beheben.

Behandlungsablauf:

1. Ausführliche Anamnese

  • Ihre Geschichte, Vorerkrankungen, Arbeitsplatz
  • Stress, Schlaf, Bewegungsverhalten
  • Frühere Verletzungen

2. Körperliche Untersuchung

  • HWS-Mobilität
  • Atlas-Check
  • Muskelbefund
  • Neurologischer Status

3. Manuelle Behandlung

A) Bei Blockierungen:

  • Atlas-Mobilisation: Sanft, präzise, kein "Knacken"
  • Segmentale Mobilisation: C2-C7 je nach Befund
  • Craniosacrale Therapie: Bei Kopfschmerzen, Schwindel

B) Bei Muskelverspannungen:

  • Myofasziales Release: Lösen von Verklebungen
  • Triggerpunkt-Behandlung: Schmerzpunkte deaktivieren
  • Dehntechniken: Verkürzte Muskeln längen

C) Bei viszeraler Beteiligung:

  • Zwerchfell-Release: Bei Atemproblemen
  • Vagusnerv-Stimulation: Bei vegetativen Symptomen
  • Viszerale Techniken: Bei Stress-bedingten Beschwerden

4. Übungen für zuhause

  • Stabilisationsübungen
  • Dehnübungen
  • Haltungskorrektur

5. Ergonomie-Beratung

  • Arbeitsplatz optimieren
  • Schlafposition anpassen
  • Smartphone-Nutzung

Behandlungsdauer

Akutes HWS-Syndrom (<4 Wochen):

  • 2-4 Sitzungen
  • Oft schnelle Besserung nach 1. Behandlung

Chronisches HWS-Syndrom (>3 Monate):

  • 4-8 Sitzungen über 8-12 Wochen
  • Erhaltungsbehandlung alle 6-8 Wochen

Posttraumatisch (nach Unfall):

  • 6-12 Sitzungen über 3-6 Monate
  • Je nach Schwere und Dauer seit Trauma

Selbsthilfe: Was Sie selbst tun können

Akute Beschwerden

Wärme:

  • Kirschkernkissen, Wärmflasche
  • 15-20 Minuten
  • KEIN Eis! (verschlimmert Verspannung)

Sanfte Bewegung:

  • Langsame Kopfdrehungen
  • Schulterkreisen
  • Nicht in Schmerz hinein!

Schmerzmittel:

  • Ibuprofen/Paracetamol kurzfristig OK
  • Nicht länger als 3 Tage ohne Arzt
  • Löst nicht die Ursache!

Übungen für jeden Tag

1. Kinn-Tucks (tiefe Nackenflexoren):

  • Aufrecht sitzen
  • Doppelkinn machen (Kinn nach hinten)
  • 10 Sekunden halten
  • 10× wiederholen
  • 3× täglich

2. Schulterblatt-Squeeze:

  • Aufrecht stehen
  • Schulterblätter zusammenziehen
  • Brust raus, Schultern runter
  • 10 Sekunden halten
  • 15× wiederholen

3. Seitliche Dehnung:

  • Kopf zur Seite neigen (Ohr zur Schulter)
  • Gegenüberliegende Schulter nach unten drücken
  • 30 Sekunden halten
  • Beide Seiten

4. Rotation sanft:

  • Kopf langsam nach rechts drehen
  • 5 Sekunden halten
  • Zurück zur Mitte
  • Nach links
  • 10× je Seite

Arbeitsplatz optimieren

Monitor:

  • Oberkante auf Augenhöhe
  • Armeslänge Abstand
  • Direkt vor Ihnen (nicht seitlich)

Stuhl:

  • Füße flach auf Boden
  • Knie 90°
  • Lordosenstütze für unteren Rücken

Pausen:

  • Alle 45 Minuten aufstehen
  • Kurz bewegen, strecken
  • Augen entspannen (Blick in Ferne)

Schlaf verbessern

Kopfkissen:

  • Kopf + HWS in neutraler Linie
  • Nicht zu hoch, nicht zu flach
  • Material: Anpassungsfähig (Memory-Foam, Latex)

Schlafposition:

  • Rückenlage: Kleines Kissen unter Knie
  • Seitenlage: Kissen zwischen Knie, Kopf gerade
  • Bauchlage: Vermeiden! (HWS verdreht)

Wann zum Arzt? Wann zum Osteopathen?

Sofort zum Arzt/Notaufnahme:

  • Lähmungserscheinungen in Armen oder Beinen
  • Blasen-/Darmstörungen (Inkontinenz, Retention)
  • Gangunsicherheit (Stolpern, Koordinationsprobleme)
  • Starke Kopfschmerzen + Fieber + Nackensteife (Meningitis-Verdacht!)
  • Nach schwerem Trauma (Unfall, Sturz)
  • Plötzlicher Sehverlust, Sprachstörung (Schlaganfall-Verdacht!)

Zum Osteopathen bei:

  • Nackenschmerzen > 2 Wochen
  • Wiederkehrende Beschwerden trotz Massage/Physio
  • Morgensteifigkeit
  • Kopfschmerzen vom Nacken ausgehend
  • Schwindel bei Kopfbewegung
  • Kribbeln in Armen/Händen (ohne Lähmung)
  • Nach Schleudertrauma (auch Wochen/Monate später)
  • Stress mit Nackenverspannung

Prävention: HWS-Syndrom vorbeugen

Die 5 wichtigsten Maßnahmen

1. Bewegung im Alltag

  • Regelmäßige Pausen (alle 45 Min.)
  • Nackenübungen (5 Min. täglich)
  • Sport (Schwimmen, Yoga, Pilates ideal)

2. Ergonomie

  • Arbeitsplatz optimieren
  • Smartphone auf Augenhöhe
  • Richtiges Kopfkissen

3. Stressmanagement

  • Vagusnerv-Übungen
  • Atemübungen
  • Ausreichend Schlaf

4. Haltungsbewusstsein

  • "Krone auf dem Kopf"
  • Schultern entspannt
  • Regelmäßig Haltung checken

5. Regelmäßige Vorsorge

  • Osteopathische Check-ups (alle 3-6 Monate)
  • Probleme früh erkennen
  • Blockierungen lösen, bevor Schmerzen entstehen

Zusammenfassung

Das HWS-Syndrom ist:

  • Ein Sammelbegriff für verschiedene HWS-Beschwerden
  • In 80% der Fälle funktionell (gut behandelbar)
  • Oft durch Blockierungen, Verspannungen, Fehlhaltung verursacht
  • Mit dem richtigen Ansatz in wenigen Wochen deutlich besser

Die wichtigsten Erkenntnisse:

  1. "HWS-Syndrom" ist keine Diagnose, sondern beschreibt Symptome
  2. Die Ursache muss gefunden werden (Blockierung? Bandscheibe? Stress?)
  3. Behandlung der Ursache, nicht nur der Symptome
  4. Selbsthilfe und Prävention sind entscheidend

Mein Behandlungsansatz:

  • Ganzheitliche Untersuchung
  • Manuelle Therapie (Atlas-Mobilisation, Faszienbehandlung)
  • Übungen für zuhause
  • Ergonomie-Beratung
  • Stressmanagement wenn nötig

Nächste Schritte

Wenn Sie unter HWS-Beschwerden leiden:

  1. Selbsttest: Können Sie den Kopf frei drehen? Schmerzen? Schwindel?
  2. Arbeitsplatz prüfen: Monitor-Höhe, Stuhl, Pausen
  3. Übungen starten: Kinn-Tucks, Schulterblatt-Squeeze (siehe oben)
  4. Termin vereinbaren: Wenn keine Besserung nach 2 Wochen

In meiner Praxis in Hamburg behandle ich täglich Patienten mit HWS-Syndrom. Die erste Sitzung (60 Min.) umfasst:

  • Ausführliche Anamnese
  • Körperliche Untersuchung
  • Erste Behandlung
  • Übungs- und Ergonomie-Beratung

Das Ziel: Nicht nur Schmerzen lindern, sondern die Ursache finden und beheben – für langfristige Besserung.

Jetzt Termin buchen →


Häufige Fragen

Ist das HWS-Syndrom heilbar?

Ja, in den meisten Fällen. Funktionelle Beschwerden (Blockierungen, Verspannungen) sind sehr gut behandelbar. Bei strukturellen Veränderungen (Arthrose, Bandscheibenvorfall) geht es um Schmerzmanagement und Funktionsverbesserung.

Wie lange dauert die Behandlung?

  • Akut: 2-4 Wochen
  • Chronisch: 8-12 Wochen
  • Posttraumatisch: 3-6 Monate

Die meisten Patienten spüren nach 2-3 Sitzungen deutliche Besserung.

Brauche ich ein MRT?

Nicht immer. MRT ist sinnvoll bei:

  • Neurologischen Ausfällen (Lähmung, Taubheit)
  • Verdacht auf Bandscheibenvorfall mit Nervenkompression
  • Keine Besserung nach 6-8 Wochen Therapie

Bei funktionellen Beschwerden ist das MRT oft nicht nötig.

Muss ich operiert werden?

Selten. OP nur bei:

  • Rückenmarkskompression (Myelopathie)
  • Schweren neurologischen Ausfällen
  • Versagen aller konservativen Maßnahmen

90% aller HWS-Syndrome werden erfolgreich ohne OP behandelt.

Was kostet die Behandlung?

In meiner Praxis:

  • Erstbehandlung (60 Min.): 150€
  • Folgebehandlung (45 Min.): 120€

Kostenübernahme:

  • Viele gesetzliche Kassen bezuschussen Osteopathie (40-80€/Sitzung)
  • Private Kassen: meist 80-100% Erstattung

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Quellen


Mehr über Osteopathie erfahren

Wenn Sie mehr über die Grundlagen und Prinzipien der Osteopathie in Hamburg erfahren möchten, lesen Sie unseren ausführlichen Artikel über die drei Säulen der Osteopathie, Behandlungsmethoden und Anwendungsgebiete.


Footnotes

  1. Fejer R, Kyvik KO, Hartvigsen J. The prevalence of neck pain in the world population: a systematic critical review of the literature. Eur Spine J. 2006;15(6):834-848. ↩

  2. Wrisley DM, et al. Cervicogenic dizziness: a review of diagnosis and treatment. J Orthop Sports Phys Ther. 2000;30(12):755-766. ↩

Wissenschaftlich fundiert

+ StudienVFO-zertifiziert
Basiert auf peer-reviewed Forschung und evidenzbasierten Behandlungsansätzen. Quellen anzeigen
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