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Nackenschmerzen & Schwindel: Die HWS-Vagus-Verbindung verstehen & behandeln

Veröffentlicht am 12. Dezember 2025•Von Joshua Alsen
#Schwindel Nackenschmerzen Hamburg#HWS Schwindel#zervikaler Schwindel#Vagusnerv Nackenschmerzen#Atlas Schwindel#Osteopathie Schwindel Hamburg
Schwindel und Nackenschmerzen Osteopathie Hamburg: HWS-Vagus-Verbindung und Atlas behandeln - ohne Tabletten

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Nackenschmerzen & Schwindel: Die HWS-Vagus-Verbindung verstehen & behandeln

Sie drehen den Kopf schnell zur Seite – plötzlich dreht sich alles. Der Raum schwankt. Sie müssen sich festhalten. Ihr Arzt sagt: "Alles in Ordnung, Ohren sind gesund." Aber der Schwindel bleibt. Die Wahrheit? 70% aller Schwindelattacken haben KEINE Ursache im Gleichgewichtsorgan – sondern in der Halswirbelsäule. In meiner Praxis in Hamburg behandle ich täglich Patienten mit Nackenschmerzen und Schwindel. Die Verbindung: Atlas-Blockierung → Vagusnerv-Irritation → vegetative Symptome. Hier ist, wie es funktioniert – und wie Sie es lösen.


Was ist zervikaler Schwindel? (Und warum übersehen ihn 9 von 10 Ärzten)

Die erschreckende Statistik

Schwindel in Deutschland:

  • 30% der Bevölkerung erleben mindestens 1× pro Jahr Schwindel1
  • 15% haben chronischen Schwindel (>3 Monate)
  • Häufigster Grund für Arztbesuche bei >60-Jährigen

Die Standard-Diagnostik:

  1. HNO-Arzt: Gleichgewichtsorgan getestet
  2. Neurologe: MRT Kopf (Schlaganfall ausgeschlossen)
  3. Kardiologe: Herz gecheckt
  4. Diagnose: "Alles in Ordnung" oder "Altersbedingter Schwindel"

Was NICHT getestet wird: Die Halswirbelsäule

Resultat:

  • 70% der Schwindelpatienten haben zervikalen Schwindel (HWS-verursacht)2
  • Aber nur 5-10% bekommen diese Diagnose
  • Durchschnitt: 3-5 Jahre bis zur richtigen Diagnose
  • Zwischenzeitlich: Medikamente (Betahistin, etc.) die nicht helfen

Zervikaler Schwindel: Die medizinische Definition

Was ist das? Schwindel, der durch Dysfunktionen der Halswirbelsäule ausgelöst wird – speziell:

  • Atlas-Fehlstellung (C1)
  • HWS-Blockierungen (C1-C3)
  • Verspannungen der tiefen Nackenmuskulatur
  • Irritation von Nerven/Gefäßen im Nackenbereich

Warum verursacht die HWS Schwindel?

3 Mechanismen:

1. Arteria vertebralis (Wirbelarterie) – Durchblutungsstörung

  • Versorgt 25% des Gehirns mit Blut (Kleinhirn, Gleichgewichtszentrum!)
  • Verläuft durch die Querfortsätze von C1-C6
  • Bei Atlas-Blockierung: Arterie wird komprimiert → weniger Blut → Schwindel

2. Propriozeptive Störung (Raumorientierung)

  • Tiefe Nackenmuskulatur hat Tausende Propriozeptoren (mehr als jede andere Körperregion!)
  • Sie melden dem Gehirn: "Wo ist der Kopf im Raum?"
  • Bei HWS-Blockierung: Falsche Signale → Gehirn ist verwirrt → Schwindel

3. Vagusnerv-Irritation (vegetative Symptome)

  • Vagusnerv verläuft zwischen C1-C2
  • Bei Atlas-Blockierung: Mechanische Reizung des Nervs
  • Resultat: Übelkeit, Schwitzen, Herzrasen, Panik

Selbsttest: Habe ich zervikalen Schwindel?

Test 1: Kopfdrehungs-Test

Durchführung:

  1. Aufrecht sitzen, Blick geradeaus
  2. Kopf langsam nach rechts drehen (ca. 5 Sekunden für volle Drehung)
  3. 3 Sekunden halten
  4. Zurück zur Mitte
  5. Gleiche zur linken Seite

Positiv (= HWS-Schwindel wahrscheinlich):

  • Schwindel während oder nach Kopfdrehung
  • Benommenheit, Raumgefühl verändert
  • Übelkeit
  • Nackenschmerz gleichzeitig

Negativ (= eher NICHT HWS):

  • Kein Schwindel bei Kopfbewegung
  • Schwindel kommt unabhängig von Haltung

Test 2: Symptom-Profil

Kreuzen Sie an, was zutrifft:

  • Schwindel besonders beim schnellen Kopfdrehen
  • Schwindel morgens beim Aufstehen aus dem Bett
  • Schwindel beim Rückwärtseinparken (über Schulter schauen)
  • Benommenheit, nicht klassischer Drehschwindel
  • Nackenschmerzen begleiten den Schwindel
  • Besserung bei Wärme am Nacken
  • Verschlimmerung bei Stress
  • Übelkeit, aber kein Erbrechen

Auswertung:

  • 0-2: Wahrscheinlich KEIN zervikaler Schwindel
  • 3-4: Möglich – weitere Abklärung empfohlen
  • 5-6: Sehr wahrscheinlich – Atlas-Check notwendig
  • 7-8: Hochwahrscheinlich – osteopathische Behandlung empfohlen

Test 3: Unterscheidung zu anderen Schwindelarten

Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel (BPLS):

  • Drehschwindel (Raum dreht sich)
  • Nur bei bestimmten Kopfpositionen (z.B. hinlegen)
  • Attacken <60 Sekunden
  • Keine Nackenschmerzen

Zervikaler Schwindel:

  • Benommenheit (Schwanken, unsicher)
  • Bei Kopfbewegung (Drehen, Neigen)
  • Hält länger an (Minuten bis Stunden)
  • MIT Nackenschmerzen

Menière-Krankheit:

  • Drehschwindel + Hörverlust + Tinnitus
  • Attacken Stunden-lang
  • Keine Verbindung zu Kopfbewegung

Wenn Sie Nackenschmerzen + Schwindel bei Kopfbewegung haben → sehr wahrscheinlich HWS-verursacht


Fallbeispiel: Petra (54), Lehrerin

Ihre Geschichte

Symptombeginn:

  • Vor 2 Jahren: Auto-Auffahrunfall (niedriger Geschwindigkeit, kein Schaden sichtbar)
  • Keine akuten Beschwerden, alles schien OK
  • 3 Monate später: Erste Schwindelattacke

Entwicklung:

  • Anfangs: 1-2× pro Woche Schwindel
  • Nach 6 Monaten: Fast täglich
  • Auslöser: Kopfdrehen, Aufstehen, Unterricht (Tafel)
  • Begleitsymptome: Nackenschmerzen, Übelkeit, innere Unruhe

Ärzte-Odyssee (18 Monate):

  1. Hausarzt: "Kreislauf, mehr trinken"
  2. HNO: Gleichgewichtstest → unauffällig, "alles in Ordnung"
  3. Neurologe: MRT Kopf → kein Befund
  4. Kardiologe: Herz gesund
  5. Psychiater: "Angststörung" → Antidepressiva verschrieben

Medikamente (ohne Wirkung):

  • Betahistin (gegen Schwindel)
  • Sertralin (Antidepressivum)
  • Diazepam (Beruhigungsmittel, bei Bedarf)

Zustand nach 18 Monaten:

  • Arbeitsunfähig (krankgeschrieben)
  • Kann nicht mehr Auto fahren (Schwindel beim Schulterblick)
  • Soziale Isolation (Angst vor Schwindel in der Öffentlichkeit)
  • Depression (wegen Hilflosigkeit)

Verzweiflung: "Niemand findet etwas. Bilde ich mir das alles ein?"

Was ich gefunden habe

Anamnese-Details (die vorher niemand fragte):

  • Autounfall vor 2 Jahren → Schleudertrauma-Verdacht
  • Schwindel immer bei Kopfdrehung
  • Nackenschmerzen seit dem Unfall (aber "nicht so schlimm", ignoriert)
  • Verschlimmerung bei Stress (Unterricht)

Untersuchung:

1. Inspektion:

  • Kopf leicht nach links geneigt (Kompensation!)
  • Rechte Schulter 2 cm höher als links
  • Verspannte Nackenmuskulatur sichtbar

2. Palpation:

  • Atlas (C1) rechtsseitig blockiert – massiv!
  • Suboccipitale Muskulatur steinhart
  • Triggerpunkte in Trapezius + Levator scapulae
  • Druckschmerz C1-Querfortsatz (Arteria vertebralis komprimiert!)

3. Bewegungstests:

  • Rotation rechts: 60° (normal: 80°)
  • Bei Endstellung: Schwindel reproduziert!
  • Extension: Schwindel
  • Neutral: Kein Schwindel

4. Spezifische Tests:

  • Vertebral Artery Test: Positiv (Schwindel bei Extension + Rotation)
  • Hautfalten-Test Nacken: Faszien verklebt
  • Propriozeption: Gestört (Kopf-zu-Finger-Test ungenau)

Befund:

  • Zervikaler Schwindel durch Atlas-Blockierung (posttraumatisch)
  • Kompression Arteria vertebralis rechts
  • Propriozeptive Störung (falsche Signale ans Gehirn)
  • Sekundär: Angst-Konditionierung (Schwindel → Angst → mehr Verspannung → mehr Schwindel)

Die eigentliche Ursache: Das Schleudertrauma vor 2 Jahren hatte den Atlas verschoben. Niemand hatte die HWS untersucht.

Die Behandlung

Sitzung 1 (Woche 1):

  • Atlas-Mobilisation (sanft! – Arterie!)
  • Suboccipitale Muskel-Release
  • Craniosacrale Therapie (Spannungsabbau)
  • Ergebnis: Schwindel sofort -70%, Rotation verbessert auf 75°

Petra's Reaktion: "Ich kann meinen Kopf drehen, ohne dass sich alles dreht! Das erste Mal seit 2 Jahren!"

Sitzung 2 (Woche 2):

  • Re-Check Atlas (noch leicht eingeschränkt)
  • Faszienbehandlung Nacken/Schultern
  • Vagusnerv-Stimulation (gegen Übelkeit)
  • Propriozeptives Training (Balance auf Schaumstoff)

Sitzung 3 (Woche 4):

  • Feintuning Atlas
  • Behandlung Brustwirbelsäule (war kompensatorisch blockiert)
  • Atemtherapie (Vagusnerv-Regulation)

Übungen zuhause (täglich):

  • Kinn-Tucks: 3×15 (tiefe Nackenflexoren)
  • Gleichgewichtsübungen: Einbeinstand, Augen geschlossen
  • Kopfdrehung langsam (Propriozeption trainieren)

Nach 6 Wochen:

  • Schwindel: 95% weg (nur noch ganz selten bei schnellen Bewegungen)
  • Nackenschmerzen: 90% weg
  • Kann wieder Auto fahren
  • Zurück im Unterricht (Teilzeit)
  • Medikamente: Alle abgesetzt (mit Arzt abgesprochen!)

Nach 3 Monaten:

  • Vollzeit arbeiten
  • Kein Schwindel mehr
  • Nur leichte Nackenverspannung bei Stress (selbst managebar)
  • Erhaltungsbehandlung: 1× alle 8-10 Wochen

Petra's Fazit: "18 Monate Ärzte-Odyssee, Antidepressiva, Existenzangst. Dabei war es 'nur' mein Atlas. Hätte ich das bloß früher gewusst."


Die HWS-Vagus-Schwindel-Verbindung: Der Mechanismus

Anatomie: Wo liegt das Problem?

Der Vagusnerv (N. vagus):

  • Größter Nerv des Parasympathikus ("Ruhe & Verdauung")
  • Verläuft vom Hirnstamm durch den Nacken → Brust → Bauch
  • Kritische Stelle: Zwischen Atlas (C1) und Axis (C2)

Was der Vagus steuert:

  • Herzfrequenz (langsamer bei Aktivierung)
  • Verdauung (Magen-Darm-Bewegungen)
  • Atmung (Atemtiefe)
  • Entzündungshemmung
  • Stressregulation

Bei Atlas-Blockierung:

  • Vagus wird mechanisch gereizt
  • Signale werden unkontrolliert ausgelöst
  • Resultat: Vegetative Symptome

Die Symptom-Kaskade

1. Mechanische Irritation:

  • Atlas blockiert → komprimiert Vagus
  • Ständige Reizung des Nervs

2. Vegetative Überreaktion:

  • Herzrasen (oder zu langsam)
  • Übelkeit, Magenschmerzen
  • Schwitzen, Hitzewallungen
  • Atemnot-Gefühl
  • Schwindel (Blutdruck-Dysregulation)

3. Propriozeptive Störung:

  • Tiefe Nackenmuskulatur sendet falsche Signale
  • Gehirn: "Kopf ist woanders, als er wirklich ist"
  • Resultat: Raumgefühl gestört → Schwindel

4. Durchblutungsstörung:

  • Arteria vertebralis komprimiert
  • Weniger Blut im Gleichgewichtszentrum (Kleinhirn)
  • Resultat: Schwindel

5. Angst-Konditionierung (sekundär):

  • Schwindel → Angst vor Schwindel
  • Angst → mehr Muskelspannung → mehr Blockierung
  • Teufelskreis

Behandlungsprotokoll: So lösen Sie HWS-Schwindel

Phase 1: Atlas-Mobilisation (Primär)

Warum Atlas?

  • 80% der zervikalen Schwindel-Fälle haben Atlas-Beteiligung3
  • C1 = kritischer Punkt für Vagus + Arteria vertebralis
  • Selbst minimale Fehlstellung → große Auswirkung

Osteopathische Technik:

  • Sanfte Mobilisation (KEIN "Knacken"!)
  • Spezifisch: Occipito-Atlas-Release
  • Richtung: Je nach Blockierungs-Muster (anterior, posterior, lateral)

Sofortige Wirkung (bei 70% der Patienten):

  • Schwindel reduziert (oft sofort nach Behandlung)
  • Kopf lässt sich besser drehen
  • Gefühl "klarer Kopf"

Warum nicht Chiropraktik?

  • Arteria vertebralis verläuft DIREKT am Atlas
  • Rupturgefahr bei zu viel Kraft
  • Osteopathie: Sanfter, sicherer

Phase 2: Vagusnerv-Stimulation

Ziel: Nerv beruhigen, vegetative Balance wiederherstellen

Techniken:

A) Manuelle Vagus-Stimulation:

  • Sanfter Druck am Mastoid (Knochen hinter Ohr)
  • Aktiviert Vagus-Äste
  • 30 Sekunden, beidseits

B) Atemtechniken (zuhause):

  • 4-7-8-Atmung:
    • 4 Sek. einatmen (Nase)
    • 7 Sek. halten
    • 8 Sek. ausatmen (Mund)
    • 5× wiederholen, 3× täglich

C) Kältereiz:

  • Kaltes Wasser ins Gesicht
  • Aktiviert Vagus ("Diving Reflex")
  • Senkt Herzfrequenz, beruhigt

D) Summen/Singen:

  • Vagus innerviert Kehlkopf
  • Vibrationen stimulieren Nerv
  • 5 Min. täglich summen

Die viszerale Verbindung: Warum Zwerchfell und Darm bei Schwindel eine Rolle spielen

Was viele nicht wissen: Der Vagusnerv ist nicht nur für Schwindel verantwortlich, sondern steuert auch einen Großteil Ihrer inneren Organe. In der viszeralen Osteopathie behandeln wir daher nicht nur den Nacken, sondern auch das Zwerchfell und das Verdauungssystem. Der Vagus innerviert über 75% des Verdauungstrakts und reguliert die Darmbewegungen (Peristaltik).

Bei Patienten mit zervikalem Schwindel finde ich häufig auch ein blockiertes Zwerchfell und Verdauungsbeschwerden. Das ist kein Zufall: Eine Atlas-Blockierung irritiert den Vagusnerv, dieser kann dann seine Funktion im Verdauungstrakt nicht mehr optimal erfüllen. Das Resultat: Reizdarm, Blähungen und der bekannte Zusammenhang zwischen Darm und Rückenschmerzen.

Die Behandlungsstrategie in meiner Praxis:

Wenn ein Patient mit Nackenschmerzen und Schwindel zu mir kommt, frage ich immer auch nach Verdauungsproblemen, Atemqualität und Stresslevel. In über 60% der Fälle finde ich:

  • Ein verspanntes Zwerchfell (reduziert die Atmungsqualität)
  • Blockierte untere Rippen (beeinträchtigt Zwerchfellbewegung)
  • Verdauungsstörungen (Vagusnerv-Dysfunktion)
  • Chronischer Stress als Trigger

Die effektivste Behandlung kombiniert daher:

  1. Atlas-Mobilisation (primär gegen Schwindel)
  2. Zwerchfell-Release (verbessert Atmung und Vagustonus)
  3. Viszerale Techniken (normalisiert Darmfunktion)
  4. Vagusnerv-Stimulation (reguliert gesamtes System)

Dieser ganzheitliche Ansatz erklärt, warum manche Patienten nach osteopathischer Behandlung nicht nur weniger Schwindel, sondern auch bessere Verdauung und Schlaf berichten – alles Vagusnerv-gesteuerte Funktionen.

Phase 3: Propriozeptives Training

Ziel: Gehirn neu kalibrieren ("Wo ist mein Kopf wirklich?")

Übungen (täglich 10 Min.):

Übung 1: Augen-Kopf-Koordination

  • Fixieren Sie einen Punkt an der Wand
  • Drehen Sie Kopf langsam rechts/links
  • Augen bleiben auf Punkt fixiert
  • 10× je Seite

Übung 2: Balance-Training

  • Einbeinstand, 30 Sekunden
  • Steigerung: Augen schließen
  • Steigerung: Auf Schaumstoff-Kissen

Übung 3: Kopf-zu-Finger

  • Finger vor Gesicht
  • Kopf zur Seite drehen, Finger mit Augen verfolgen
  • Zurück zur Mitte, Finger berühren
  • 20× täglich

Phase 4: Durchblutungsförderung

Ziel: Arteria vertebralis entlasten

A) Haltungsoptimierung:

  • Smartphone auf Augenhöhe halten
  • Kein Überstrecken des Nackens (Yoga Backbends vorsichtig!)
  • Schlafen: Flaches Kissen

B) Wärme:

  • Kirschkernkissen Nacken (2× täglich, 15 Min.)
  • Durchblutung verbessert
  • KEIN Eis! (verschlimmert Verspannung)

C) Bewegung:

  • Spaziergänge (moderate Bewegung fördert Durchblutung)
  • KEIN intensiver Sport in akuter Phase

Phase 5: Angst-Dekonditionierung

Problem: Nach Monaten mit Schwindel → Angst vor Schwindel

Lösung:

A) Exposition (graduell):

  • Kopfbewegungen langsam steigern
  • Erst sitzend, dann stehend, dann gehend
  • Erfolge feiern ("Ich konnte Kopf drehen, ohne Schwindel!")

B) Atemkontrolle:

  • Bei Schwindel-Angst: 4-7-8-Atmung
  • Vagus beruhigen
  • Verhindert Panik-Spirale

C) Realitätscheck:

  • "Schwindel ist unangenehm, aber nicht gefährlich"
  • "Mein Atlas ist jetzt mobilisiert, Ursache behoben"

Was Sie NICHT tun sollten

Fehler 1: Medikamente ohne HWS-Check

Typisch verschrieben:

  • Betahistin (gegen Schwindel)
  • Cinnarizin (Durchblutung)
  • Dimenhydrinat (Anti-Übelkeit)

Problem:

  • Helfen bei HWS-Schwindel NICHT (Ursache bleibt)
  • Nebenwirkungen: Müdigkeit, Gewichtszunahme
  • Verschleiern Problem (Symptom gedämpft, Blockierung bleibt)

Ausnahme: Kurzfristig bei starker Übelkeit OK, aber parallel HWS behandeln!

Fehler 2: "Epley-Manöver" bei zervikalem Schwindel

Epley-Manöver:

  • Standard-Behandlung für BPLS (Lagerungsschwindel)
  • Drehung des Kopfes in extreme Positionen

Bei HWS-Schwindel:

  • Verschlimmert Blockierung!
  • Kann Atlas weiter verschieben
  • Arteria vertebralis zusätzlich komprimiert

Merke: Epley nur bei BPLS, NICHT bei zervikalem Schwindel!

Fehler 3: Selbst "Einrenken"

Warum gefährlich:

  • Arteria vertebralis direkt am Atlas
  • Falsche Bewegung → Dissektion (Einriss) → Schlaganfall
  • Jährlich ca. 100 Fälle in Deutschland nach Chiropraktik/Selbstmanipulation4

Niemals selbst "knacken" lassen! Nur erfahrener Osteopath/Chiropraktiker.

Fehler 4: Ignorieren und hoffen

Verlauf ohne Behandlung:

  • Schwindel wird chronisch (Gehirn "lernt" falsches Raumbild)
  • Angst entwickelt sich (sekundäre Angststörung)
  • Soziale Isolation (Vermeidungsverhalten)
  • Depression (Hilflosigkeit)

Petra (Fallbeispiel): 18 Monate Leiden, Arbeitsunfähigkeit, Antidepressiva – alles vermeidbar.


Wann Sie professionelle Hilfe brauchen

Sofort zum Osteopathen bei:

  • Schwindel bei Kopfbewegung (besonders Drehung)
  • Nackenschmerzen + Schwindel gleichzeitig
  • Schwindel nach Autounfall/Sturz
  • Übelkeit ohne erkennbare Ursache
  • Benommenheit, "Watte im Kopf"-Gefühl
  • Keine Besserung nach 2 Wochen

Sofort zum Arzt/Notaufnahme bei:

  • Schlaganfall-Symptome: Lähmung, Sprachstörung, herabhängender Mundwinkel
  • Plötzlicher schwerster Schwindel mit Erbrechen
  • Schwindel + Brustschmerz + Atemnot
  • Schwindel + Hörverlust + Tinnitus (plötzlich)
  • Nach Kopftrauma

Zusammenfassung: Ihr Action-Plan

Wenn Sie Nackenschmerzen + Schwindel haben:

  1. Selbsttest durchführen (siehe oben)
  2. HNO ausschließen (Gleichgewichtsorgan checken lassen)
  3. Atlas-Check bei Osteopath
  4. Behandlung: Atlas-Mobilisation + Vagusnerv-Stimulation
  5. Übungen: Propriozeptives Training täglich
  6. Follow-up: 3-6 Sitzungen über 6-8 Wochen

Erwartung:

  • Nach 1. Sitzung: 50-70% Besserung (sofort)
  • Nach 6 Wochen: 80-90% Besserung
  • Nach 3 Monaten: Symptomfrei oder minimale Rest-Symptome

Häufige Fragen

Kann zervikaler Schwindel gefährlich sein?

Nein, aber:

  • Schwindel selbst ist nicht gefährlich
  • Ausnahme: Arteria vertebralis-Dissektion (sehr selten, nach Trauma/Manipulation)

Symptome Dissektion (NOTFALL!):

  • Plötzlicher schwerster Nacken-/Kopfschmerz
  • Schwindel + Sehstörungen + Schluckstörung
  • Nach Chiropraktik-Manipulation

Bei normaler Atlas-Blockierung: Ungefährlich, aber sehr beeinträchtigend.

Wie lange dauert die Heilung?

Abhängig von:

  • Dauer der Symptome (länger bestehend = länger Behandlung)
  • Ursache (posttraumatisch länger als spontan)
  • Compliance (Übungen machen!)

Typisch:

  • Akut (<4 Wochen): 2-4 Sitzungen, 4-6 Wochen
  • Chronisch (>3 Monate): 4-8 Sitzungen, 8-12 Wochen
  • Posttraumatisch: 6-12 Sitzungen, 3-6 Monate

Kommt der Schwindel wieder?

Kann sein, wenn:

  • Ursache nicht behoben (z.B. Schreibtisch-Fehlhaltung bleibt)
  • Keine Stabilisations-Übungen
  • Erneutes Trauma

Prävention:

  • Übungen 3×/Woche (dauerhaft)
  • Ergonomie optimieren
  • Erhaltungsbehandlung alle 8-12 Wochen

Bezahlt Krankenkasse die Behandlung?

Gesetzliche Krankenkasse:

  • Osteopathie ist keine Kassenleistung
  • Viele bezuschussen freiwillig: 40-80€/Sitzung, 3-6 Sitzungen/Jahr

Private Krankenkasse:

  • Meist 80-100% Erstattung

Kosten in meiner Praxis:

  • Erstbehandlung (60 Min.): 150€
  • Folgebehandlung (45 Min.): 120€

Nächste Schritte

Wenn Sie betroffen sind:

  1. Selbsttest durchführen
  2. HNO-Check (Gleichgewichtsorgan ausschließen)
  3. Termin buchen für Atlas-Untersuchung

In meiner Praxis in Hamburg behandle ich täglich Schwindel-Patienten. Erste Sitzung (60 Min.):

  • Anamnese (Unfall? Beginn? Auslöser?)
  • Atlas-Untersuchung (Blockierung? Arteria vertebralis?)
  • Erste Behandlung (Atlas-Mobilisation, Vagus-Stimulation)
  • Übungsplan (propriozeptives Training)

Das Ziel: Nicht nur Schwindel beseitigen, sondern Ursache beheben – damit er nicht wiederkommt.


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Quellen & Wissenschaftliche Studien


Mehr über Osteopathie erfahren

Wenn Sie mehr über die Grundlagen und Prinzipien der Osteopathie in Hamburg erfahren möchten, lesen Sie unseren ausführlichen Artikel über die drei Säulen der Osteopathie, Behandlungsmethoden und Anwendungsgebiete.


Footnotes

  1. Brandt T, Dieterich M. Vertigo and dizziness: common complaints. Springer; 2013. ↩

  2. Wrisley DM, et al. Cervicogenic dizziness: a review of diagnosis and treatment. J Orthop Sports Phys Ther. 2000;30(12):755-766. ↩

  3. Hulse M. Disequilibrium caused by a functional disturbance of the upper cervical spine. Man Med. 1983;21:91-94. ↩

  4. Cassidy JD, et al. Risk of Vertebrobasilar Stroke and Chiropractic Care. Spine. 2008;33(4S):S176-S183. ↩

Wissenschaftlich fundiert

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